Warum wir den Ball auch mal flachhalten können

Und wieder ein Cyber-Aufreger, der es bis in die 20-Uhr-Tagesschau geschafft hat: „Ihr WLAN ist geknackt!“ (Oder so ähnlich.) Was war passiert? Forscher können nachweisen, dass die WLAN-Verschlüsselungstechnik WPA2 eine Schwachstelle hat. Im Klartext: Die Kommunikation zwischen Ihrem Smartphone und Ihrer Horst-, Fritz- oder sonstigen Box ist üblicherweise verschlüsselt, zumindest ist so die Werkseinstellung solcher WLAN-Basisstationen. Andere, die Ihr WLAN betreten, bekommen von Ihrer Kommunikation nur wirre Zeichen mit: Ihr Smartphone verwürfelt Ihre Surf-Daten, die WLAN-Station stellt sie wieder her, unterwegs auf der Funkstrecke gibt’s eben keinen Klartext.

Und nun? Was kann jetzt passieren?

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Das Nein zum Bundestrojaner

Das Bundesverfassungsgericht hat den bisherigen Ideen der Bundesregierung einen Riegel vorgeschoben, Computer hierzulande ausforschen zu dürfen auf der Suche nach Straftätern – und bei unbeteiligten Personen aus dem Umfeld der Zielpersonen gleich mit.
Eine andere Geschichte: Anfang des Monats hat die Süddeutsche Zeitung gemeldet, dass sie im Besitz von elf Millionen geleakten Dokumenten der Steuerbetrüger-Anwaltskanzlei Mossack Fonseca ist, den sogenannten „Panama Papers“.
Und eine dritte Geschichte: Anfang des Jahres erreichte uns der Aufreger, dass das FBI Zugriff auf iPhones bekommen könnte (oder zumindest wolle), um Straftäter dingfest zu machen.

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Neuer http-Statuscode 451 – unavailable for legal reasons

Es gibt nun also auch im WWW einen offiziellen Fehlercode für Inhalte, die aus rechtlichen Gründen nicht angezeigt werden dürfen. Er kann das früher übliche und nicht weiter qualifizierte „unavailable“ ersetzen. Warum die Zahl 451? Passend zur Weihnachstzeit verbindet sich das mit einer literarischen Legende, denn auch Techies lieben Märchen. Erklärungen dazu: Technisch bei Heise, feuilletonistisch incl. Abhandlung über den bzw. die Flammpunkt(e) von Papier bei der Süddeutschen Zeitung, Original-Draft bei der IETF – oder zu Weihnachten wieder mal Fahrenheit 451 lesen oder Truffauts Verfilmung angucken – hier nicht verlinkt, das gäbe wohl auch ein 451.

Krass: Digitalradio endlich im Alltag angekommen!

Im Ernst? Wo? In Ihrer Küche? In Ihrer Stammkneipe? Bei Ihrem Frisör? Alles Unsinn:

  1. Radio ist analog und UKW. (Hartnäckig.)
  2. DAB+ wird bemüht beworben. (Kennen aber nur Insider.)

Also was denn nun?

  • DAB? Gestorben, bevor es wirklich zu leben anfing.
  • DAB+, das „Digitalradio“ ist das Radio der Zukunft? Zweifel sind politically incorrect. Aber mit Verlaub: Die Einführung der CD verlief a bisserl dynamischer. (Zum Rückwärtsgang in Nordeuropa geht’s hier.)
  • DVB-T? DMB? DRM? Wer blickt noch die Drei-Buchstaben-Kürzel, die alle Digitalradio verheißen?

Dabei ist die Lage doch so einfach: Digitalradio ist längst breit etabliert, wird massenhaft genutzt, erfreut sich gerade bei der Jugend großer Beliebtheit: ¡Viva Internetradio!

Gerade junge Leute hören Radio als Internetstream

Gerade junge Leute hören Radio als Internetstream

Und jetzt die Kritiker:

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Sichere Kommunikation im unsicheren Internet: Darf ich Homebanking?

„Datenschutz“ – das klingt nach Spaßbremse und Rückwärtsgewandtheit. Vom „Ende der Privatsphäre“ schreibt das Feuilleton in seiner ganzen Vielfalt von FAZ bis JW. „Privatsphäre ist ein Ding von gestern, das keinen mehr interessiert“ glaubt Facebook-/Whatsapp-Boss Mark Zuckerberg. Seine Behauptung ist Fundament seiner Aktienmilliarden. Das ist genauso offensichtlich wie die Tatsache, dass Zuckerberg irrt. Spätestens beim Geld hört der Spaß mit dem digitalen Voyeurismus nämlich recht schnell auf.

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Bezahlen mit # statt mit €

 

Ist Bitcoin die Zukunft der Währung – oder ein großer Finanzbetrug? Darüber wird in Artikeln, auf Podien, in Internet-Foren und Tech-Podcasts lautstark gestritten. Dieser Streit überdeckt jedoch die Tatsache, dass sich in der Welt des elektronischen Bezahlens derzeit viel tut. Eine Übersicht. Weiter lesen

Software aus dem Internet – gut, gratis oder gefährlich?

Aus dem Internet heruntergeladene Software – für die einen riskantes Teufelszeug, für andere aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Durch Botnetze, durch Bundes- und sonstige Trojaner und die Aktivitäten der Schlapphüte aller Länder entsteht zusätzliche Unsicherheit: Kann man der heruntergeladenen Software trauen? Oder ist sie grundsätzlich manipuliert, „verseucht“, böswillig und datenhungrig?  → weiter

SMS goes WhatsApp goes … ?

Bei meinem Zahnarzt steht noch ein Fernsprechtischapparat 01 LX von der Deutschen Bundespost. Darauf der deutlich verblichene Werbekleber „Ruf doch mal an“. Wir lächeln über das Arrangement aus einer anderen Zeit. Doch jetzt ist die SMS dran: Meine Kinder nutzen sie schon nicht mehr, ihr Grabgesang ist intoniert in IP-Moll, dirigiert von Koum und Acton. Die beiden Herren haben vor fünf Jahren WhatsApp an den Start gebracht – zum Jahresende werden sie um 19 Milliarden US-Dollar aus dem Hause Facebook reicher sein. Koum und Acton schreiben Geschichte: Mobilfunkfirmen werden zu IP-Lieferanten, Kurznachrichten und zukünftig auch Sprachtelefonie gehen über „das Netz“ – via WhatsApp alias Facebook. Eigentlich prima, gäbe es da nicht einen Schönheitsfehler: Der Facebook-Server liest permanent mit, hört mit, speichert. Manche stört das, sie rufen „Threema“ und „Textsecure“. Wir haben die sicheren Alternativen angeschaut.

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